Bioeconomy Science Center
Forschung und Kooperation für nachhaltige Bioökonomie

Bioeconomy Science Center
Forschung und Kooperation für nachhaltige Bioökonomie

Expertise, Technologien und Ausbildung für eine nachhaltige Bioökonomie

Das Bioeconomy Science Center (BioSC)

Wesentliche Voraussetzung zur erfolgreichen Implementierung einer wissensbasierten Bioökonomie und der zugehörigen Forschung ist die Integration verschiedenster Forschungsdisziplinen und die Bündelung hochrangiger wissenschaftlicher Expertise in einem integrativen Gesamtansatz. Die RWTH Aachen, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHUD), die Friedrich-Wilhelms Universität Bonn und das Forschungszentrum Jülich haben bereits heute herausragende Forschungsaktivitäten in zahlreichen Themenfeldern der Bioökonomie und bilden daher eine exzellente Forschungslandschaft in einem starken Bioökonomie-orientierten Industrieumfeld in Nordrhein-Westfalen. Die Universitäten und das Forschungszentrum Jülich haben auf Basis einer gemeinsamen Strategie und unter Einbezug bestehender wissenschaftlicher Netzwerke und Kooperationen ein Konzept entwickelt, in dem alle relevanten Wissenschaftszweige zur Bereitstellung von Biomasse und biobasierten Produkten und Prozessen im Wertschöpfungsnetzwerk Bioökonomie in einem international sichtbaren und derzeit einmaligen Kompetenzzentrum – dem Bioeconomy Science Center – in NRW vertreten sind.

Forschung

Zentrale Themen im BioSC sind die nachhaltige Produktion von Pflanzen als Nahrungs- und Futtermittel und Biomasse, neue bio-/chemokatalytische und biotechnologische Methoden und Prozesse zur Umsetzung von nachwachsenden Rohstoffen in Wertstoffe wie z.B. Feinchemikalien, Proteine, Enzyme, Biopolymere, Biokraftstoffe. Ebenso werden Fragestellungen der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit der Bioökonomie und ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz bearbeitet. Eine enge Kooperation mit der Industrie soll eine wirtschaftliche Umsetzung der Forschungsergebnisse beschleunigen. Das BioSC umfasst aktuell ca. 1200 Mitarbeiter aus mehr als 50 Mitgliedsinstituten aus den Partnereinrichtungen.

Lehre und Ausbildung

In den verschiedenen Themenfeldern der Bioökonomie sind Lehre und Ausbildung ein Kernelement des Bioeconomy Science Center. Damit leistet das Bioeconomy Science Center einen wichtigen Beitrag zur interdisziplinären Ausbildung der bereits heute dringend benötigten Fachkräfte in allen Bereichen der wissensbasierten Bioökonomie.

Integrierte Struktur

Das Bioeconomy Science Center basiert auf einer integrierte Struktur aus Grundlagenforschung, anwendungsorientierter und industrienaher Forschung, die Natur-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften umfasst und ist über die Säulen des Wissenschaftssystems hinweg auf die Mission der Nachhaltigen Bioökonomie fokussiert. Mit dieser integrativen Struktur schafft das Bioeconomy Science Center die technologischen und wissenschaftlichen Grundlagen, die für eine erfolgreiche Umsetzung einer nachhaltigen Bioökonomie benötigt werden.

Bündelung von Kompetenz, Ressourcen und innovativen Infrastrukturen

Im Bioeconomy Science Center werden wissenschaftliche Kompetenz, Ressourcen und innovative Infrastrukturen als Basis für Forschung und Technologietransfer gebündelt. In der Forschung werden Synergien verwirklicht, integrative Ansätze und gemeinsame Technologieplattformen für die Mission Bioökonomie entwickelt und damit die Chance ergriffen, internationaler Innovationsführer in diesem Zukunftsfeld zu werden.
Beispielsweise wird die Initiative der NGP² (Center for Next Generation Processes and Products; laufender Projektantrag) der Aachener Verfahrenstechnik an der RWTH Aachen in das Bioeconomy Science Center integriert, um die Schwerpunktbildung im Bereich der ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen für die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe zu unterstützen und die in diesem Forschungsfeld im BioSC arbeitenden Forschungsgruppen der RWTH in einem nach §91b beantragten Forschungsbau in unmittelbarer Nähe der Naturwissenschaften im Campus Melaten zusammenzuführen.

Beitrag zur Hightech-Strategie

Im Bioeconomy Science Center werden wesentliche Felder der Hightech-Strategie der Bundesregierung sowie der nationalen Hightech-Strategie zum Klimawandel mit Bezug zur Bioökonomie umgesetzt. Dies erfolgt mit engem Bezug zum Forschungs- und Technologierat Bioökonomie, den europäischen Technologieplattformen und der Wirtschaft in Forschung und Ausbildung.

Das BioSC stellt eine regionale Basis für bereits vorhandene nationale und internationale Netzwerke zur Verfügung, wie für den Helmholtz-Verbund und -Portfoliothema „Sustainable Bioeconomy“, den Cluster für Industrielle Biotechnologie - CLiB 2021, die Pflanzengenomforschung – GABI, die mikrobiologische Genomforschung – GenoMIK, verschiedene europäische Technologieplattformen, das Deutsche Pflanzen Phänotypisierungs Netzwerk (DPPN, in Begutachtung), das Agrarkompetenzzentrum CropSense, verschiedene SFBs, Forschergruppen, Graduiertenkollegs und Transregios, zahlreiche EU-Projekte, industrielle Verbundprojekte und Industrieprojekte.

Das Bioeconomy Science Center bündelt und erweitert die bereits vorhandenen herausragenden Kompetenzen in der Bioökonomie-Forschung in NRW. Eine entsprechende forschungspolitische Unterstützung könnte das Bioeconomy Science Center zu einem innovativen Leuchtturmprojekt mit internationaler Ausstrahlung werden lassen. Das Bioeconomy Science Center wäre damit das Fundament für die Einwerbung von öffentlichen und privaten Fördermitteln sowie ein Kristallisationspunkt für weitere exzellente nationale und internationale Kooperationen.

Slide background

Struktureller Aufbau des BioSC

Im Bioeconomy Science Center gibt es zwei Formen der Mitgliedschaft

  1. Core Groups (Kerngruppen)
  2. Associate Groups (Assoziierte Gruppen)

Core Groups sind Institute und Institutsbereiche, die überwiegend Themen im Bereich der vier Forschungsschwerpunkte oder Querschnittsthemen des BioSC bearbeiten und aus den Partnerinstitutionen des BioSC stammen.

Associate Groups sind Institute und Einrichtungen aus externen, Nicht-Partnerinstitutionen, die mit ihren Forschungsaktivitäten wesentliche Beiträge zu den Forschungsschwerpunkten oder Querschnittthemen des BioSC leisten, darüber hinaus aber auch Schwerpunkte in ihrem Profil betonen, die nicht der Bioökonomie zuzurechnen sind.

Wissenschaftliches Profil

Das BioSC ist ein Forschungsverbund, der in einem integrativen Gesamtkonzept und entlang einer gemeinsamen, langfristig ausgerichteten Strategie Forschung für eine nachhaltige Bioökonomie betreibt und in dem relevante Wissenschaftszweige zur Bereitstellung von Biomasse und biobasierten Produkten und Prozessen in verschiedenen Wertschöpfungsketten(-netzen) im Rahmen der behandelten Forschungs- und Anwendungsfelder verbunden sind. Das BioSC umfasst dabei nicht alle bioökonomierelevanten Wissenschaftszweige und Handlungsfelder, sondern fokussiert auf Basis der Stärken der Partner auf vier Forschungsschwerpunkte und drei Querschnittsthemen:

  1. Nachhaltige pflanzliche Bioproduktion und Ressourcenschutz
  2. Mikrobielle und molekulare Stoffumwandlung
  3. Verfahrenstechnik nachwachsender Rohstoffe
  4. Ökonomie und gesellschaftliche Implikationen

Die drei Querschnittsthemen sind für mehrere Forschungsschwerpunkte relevant und stellen verbindende Elemente dar:

  1. Systems Engineering
  2. Bioinformatik und Wissensmanagement
  3. Strukturbiologie

Weitere wichtige Elemente im BioSC sind wissenschaftliche Kooperations- und Anbindungsprojekte, die die wissenschaftlichen und technischen Kompetenzfelder des BioSC erweitern sowie Industriekooperationen für den Technologietransfer in Anwendungen für zukünftige Märkte.

Administrative und strategische Organe des BioSC

Das wichtigste Element des BioSC ist die Arbeit in und zwischen den beteiligten wissenschaftlichen Arbeitsgruppen. Sie decken die wichtigsten Themenfelder in den Forschungsschwerpunkten und Querschnittsthemen des BioSC ab. Die beteiligten Institute sichern die hohe wissenschaftliche Qualität, die in interdisziplinären und auf die Lösung von Schlüsselfragen der Bioökonomie orientierten Projekten, entlang der Strategie des BioSC gebündelt wird.

Versammlung der Vertragspartner

Die Versammlung der Vertragspartner entscheidet über Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung für das BioSC.

Direktorium

Die wissenschaftlichen Leiter der Institute (Core Groups) bilden das Direktorium. Das Direktorium berät und beschließt über die strategisch-wissenschaftliche Schwerpunktsetzung innerhalb des BioSC (z.B. Abstimmung bei Berufungen) in Abstimmung mit den strategisch-wissenschaftlichen Leitlinien der beteiligten Institutionen und im Einvernehmen mit den Vertragspartnern.

Geschäftsführendes Direktorium

Das Direktorium wählt aus seinen geborenen Mitgliedern das Geschäftsführende Direktorium, welches aus vier wissenschaftlichen Leitern besteht, für die zudem jeweils ein Stellvertreter gewählt wird. Das Geschäftsführende Direktorium koordiniert und setzt die konkreten Maßnahmen zur integrativen und strategischen Entwicklung des BioSC um. Geschäftsführende Direktoren sowie deren Stellvertreter sind derzeit:

Geschäftsführender Direktor    

Stellvertreter                  

Partnereinrichtung

Prof. Dr. Ulrich Schurr  Prof Dr. Wolfgang Wiechert   FZ Jülich
Prof. Dr. Ulrich Schwaneberg  Prof. Dr. Jochen Büchs  RWTH Aachen
Prof. Dr. Andreas Meyer Prof. Dr. Stefanie Bröring Universität Bonn
Prof. Dr. Michael Feldbrügge  Prof. Dr. Georg Groth  HHU Düsseldorf

 

BioSC Geschäftsstelle

Dem Geschäftsführenden Direktorium ist die BioSC Geschäftsstelle unterstellt, die dieses in seinen Aufgaben und Zielen unterstützt und das BioSC zentral begleitet.

Beirat

Darüber hinaus wird ein Wissenschaftlicher Beirat aus nationalen und internationalen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren Bereichen der Gesellschaft berufen, der das Direktorium und die Vertragspartner in übergreifenden strategischen Fragen der Entwicklung berät.

Mitgliedes des Beirats 
Dr. Thomas KIRCHBERG Mitglied des Vorstands, Südzucker AG, Mannheim
Prof. Dr. Dietrich KNORR

Direktor Institut für Lebensmitteltechnologie und -prozesstechnik, TU Berlin

Prof. Dr. Thomas MÜLLER-KIRSCHBAUM

Henkel AG & Co.KGaA, Mitglied des Vorstands, WR Global Research & Development, Düsseldorf

Dr. Peter NAGLER Evonik Industries, Head of International Innovation, Corporate Innovation, Hanau

Prof. Dr. Andreas PFENNIG

Director Department of Applied Chemistry, University of Lìege, Belgium
Prof. Dr. Wolfgang PLISCHKE Mitglied a.D. des Vorstands, Bayer AG
Prof. Dr. Wiltrud TREFFENFELDT R&D Director Europe, Middle East and Africa, Dow Europe GmbH, Horgen, Schweiz und Mitglied des Bioökonomierats
Prof. Dr. Lothar WILLMITZER Direktor MPI Molekulare Pflanzenphysiologie, Golm
Gäste im Beirat
Ministerialdirigentin Petra STEINER-HOFFMANN Ständige Vertretung der Leitung Abt. 6 - Lebenswissenschaften, BMBF
Ministerialdirigentin Dr. Beate WIELAND Abteilungsleiterin Forschung und Technologie, MIWF