Bioeconomy Science Center
Forschung und Kooperation für nachhaltige BioÖkonomie

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Forschung und Kooperation für nachhaltige BioÖkonomie

Ökonomie und gesellschaftliche Implikationen

Eine nachhaltige Bioökonomie setzt die angemessene Berücksichtigung wirtschaftlicher Zusammenhänge und gesellschaftlicher Implikationen von Produktion und Verwertung voraus.

Dies gilt umso mehr als die die Ausweitung des Verwertungsspektrums von Biomasse über die klassischen Bereiche Nahrungs- und Futtermittel hinaus zeitlich zusammentrifft mit einem starken Anstieg der Nachfrage nach eben diesen Gütern. Verursacht wird diese Nachfragesteigerung durch das globale Bevölkerungswachstum und vor allem durch den Anstieg des pro Kopf-Einkommens in Entwicklungs- und Schwellenländern und der damit einhergehenden Änderung der Verzehrsgewohnheiten. Die Folgen sind dramatische Veränderungen der Knappheitsrelationen, die wiederum vielfältige Anpassungsmechanismen auslösen. Hinzu kommt eine zunehmende Preisvolatilität durch die Abhängigkeit von globalen Konjunkturschwankungen, was das Risiko auf Seiten aller Akteure erhöht. Vermehrt erwachsen darüber hinaus Risiken aus der Zunahme des Welthandels, da der globale Austausch von Pflanzen und Tieren auch die Gefahr einer weltweiten Verbreitung von Krankheiten und Schaderregern mit sich bringt, wie die jüngste Vergangenheit mehrfach gezeigt hat. Damit gewinnen Qualität und Sicherheit der Produkte zunehmend an Gewicht, was gleichzeitig Ausdruck veränderter gesellschaftlicher Präferenzen ist. Neben der Produktqualität gewinnt dabei die Prozessqualität zunehmend an Bedeutung. Diese wiederum steht in engem Zusammenhang mit den Zielen der Nachhaltigkeit und des Ressourcenschutzes und erfordert die Betrachtung der gesamten Prozesskette im Rahmen eines Systemansatzes.

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Wissenschaftliche Themenfelder

Der Forschungsschwerpunkt umfasst insbesondere die nachstehenden Themenfelder:

  • Einfluss globaler und regionaler Entwicklungen auf die sozioökonomischen Rahmenbedingungen der Bioökonomie. Das umfasst u.a. die Nachfragentwicklung und ihre Konsequenzen für die Änderung der Knappheitsrelationen, Einflüsse seitens Wirtschafts-, Agrar- und Umweltpolitik sowie die Wirkung veränderter gesellschaftlicher Präferenzen.
  • Produktionswirtschaftliche Fragen von der landwirtschaftlichen Urproduktion über die verschiedenen Verarbeitungsstufen (z.B. Kostenstrukturen unterschiedlicher Technologien in Abhängigkeit von Standort, Betriebsgröße und Organisationsform, Markt-, Geschäfts- und Finanzierungsrisiken).
  • Fragen der Umwelt- und Ressourcenökonomie. Dazu gehören z.B. die Analyse positiver und negativer Externalitäten und der Möglichkeiten ihrer Internalisierung sowie Fragen der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit.
  • Organisation und Management von Prozessketten. Bioökonomische Systeme sind aufgrund ihrer Komplexität zumeist arbeitsteilig in Prozessketten bzw. -netzwerken organisiert. Als Folge der damit verbundenen Material- und Informationsströme kommt es zu Informationsasymmetrien, die neben einer generellen Unsicherheit oft Fehlfunktionen im System mit fatalen Konsequenzen hervorrufen. Um diese zu vermeiden, müssen adäquate Organisationsstrukturen und Managementkonzepte entwickelt werden.
  • Verbrauchereinstellungen und Verbraucherakzeptanz. Eine Bioökonomie kann nur dann nachhaltig sein, wenn sowohl die Produkte als auch die Produktionsprozesse eine hohe Akzeptanz genießen. Daher ist es von zentraler Bedeutung, sich mit Verbrauchereinstellungen zu diesem Bereich, ihrem Zustandekommen sowie ihren Implikationen für die Akzeptanz der betreffenden Technologien auseinander zu setzen.