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Forschung und Kooperation für nachhaltige BioÖkonomie

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Newsletter | Dezember 2018 | Download PDF

5. BioSC Forum mit Verleihung des Supervision Awards 2018

Am 12. November fand im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn zum fünften Mal das interne Retreat für BioSC Mitglieder statt. Alle laufenden Projekte aus Phase 2 des NRW-Strategieprojekts BioSC wurden präsentiert. Darüber hinaus stellten vier Core Groups erfolgreiche Bioökonomie-Aktivitäten außerhalb des NRW-Strategieprojekts vor. Dr. Anita Loeschcke (HHU Düsseldorf) wurde mit dem BioSC Supervision Award 2018 ausgezeichnet.

Fotos: Forschungszentrum Jülich

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Als erster Sprecher gab Dr. Holger Klose (Forschungszentrum Jülich) einen Überblick zum aktuellen Stand der Arbeiten im FocusLab AP3, in dem ein integriertes Bioraffineriekonzept für die nachhaltige Umsetzung von Biomasse aus mehrjährigen Pflanzen unter Verwendung der OrganoCat-Technologie etabliert und ökonomisch validiert wird. Anschließend präsentierte Nina Ihling (RWTH Aachen) den aktuellen Stand der Arbeiten im FocusLab Bio2, in dem ein konkurrenzfähiger Bioraffinerieprozess für die Herstellung von Biotensiden der nächsten Generation aus Restströmen aus der Lebensmittelindustrie entwickelt wird. Es folgten Kurzvorträgen zu den gerade gestarteten Projekten im Rahmen des ersten SEED FUND 2.0 OPEN Calls. Dr. Vera Göhre (HHU Düsseldorf) stellte das Projekt iBioMass vor, bei dem die Schädlingsresistenz neuer Biomassepflanzen am Beispiel von Maismutanten mit veränderter Lignocellulosezusammensetzung untersucht wird. Dr. Ulrich Krauss (HHU Düsseldorf) präsentierte das Projekt HySyn, in dem Vertreter einer kürzlich entdeckten Klasse von Alkan/Alken-synthetisierenden Photoenzymen auf ihre biotechnologisch relevanten Eigenschaften untersucht werden. Kevin Herrmann (RWTH Aachen) stellte das Projekt QuantiP vor, in dessen Rahmen eine sensitive Methodik entwickelt wird, um Phosphat in Speichermolekülen in Algen, Hefen und Pflanzenmaterial zu quantifizieren.

Nach der Kaffeepause informierten Dr. Felix Jakob (RWTH Aachen) und Dr. Michael Wustmans (Universität Bonn) über aktuelle Arbeiten und Ergebnisse im FocusLab greenRelease, in dem eine neue Plattformtechnologie entwickelt wird. Das Ziel ist es, den Einsatz von Herbiziden und Fungiziden zu reduzieren, indem diese Substanzen in Mikrogelpartikeln auf die Pflanzen aufgebracht und über einen längeren Zeitraum kontrolliert freigesetzt werden. Dr. Stephan Noack (Forschungszentrum Jülich) und Prof. Dr. Dörte Rother (RWTH Aachen) gaben einen Überblick zum aktuellen Stand im FocusLab HyImPAct. Hier wird ein hybrider Prozess aus mikrobiellen Transformationen, enzymatischen Reaktionen und chemischen Syntheseschritten entwickelt, der es ermöglicht, auf Grundlage lignocellulosehaltiger Biomasse verschiedene chemische Substanzen herzustellen. Es folgten Kurzvorträge zu den beiden neuen Projekten im Rahmen des ersten SEED FUND 2.0 LINK Calls. Prof. Dr. Martina Pohl (Forschungszentrum Jülich) präsentierte das Projekt XyloSenS. Dieses Projekt ist inhaltlich verknüpft mit den FocusLabs HyImPAct und AP3 und hat zum Ziel, Biosensoren zu entwickeln, die den Nachweis von Xylose als alternativer Kohlenstoffquelle online in Kleinkultivierungssystemen ermöglichen. Prof. Dr. Sonja Herres-Pawlis (RWTH Aachen) stellte das Projekt R2HPBio vor, das mit den FocusLabs HyImPACT und greenRelease verknüpft ist. Hier sollen aus Plattformchemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen biologisch abbaubare Polymere hergestellt werden.

Nach der Mittagspause stellten Dr. Anita Loeschcke und Dr. Kerstin Schipper (HHU Düsseldorf) die aktuellen Entwicklungen im FocusLab CombiCom vor, das zum Ziel hat, mithilfe der Synthetischen Biologie eine nachhaltige Produktion von neuen, wertvollen Naturstoffen zu ermöglichen, deren Wirksamkeit z.B. im Pflanzenschutz zu evaluieren, die Akzeptanz in der Bevölkerung zu untersuchen und Strategien für die Markteinführung zu entwickeln.

Nach der Präsentation aller laufenden Projekte aus Phase 2 des NRW-Strategieprojekts BioSC stellten vier BioSC Core Groups erfolgreiche Bioökonomie-Aktivitäten außerhalb des NRW-Strategieprojekts vor. Dr. Alexandra Wormit (RWTH Aachen) präsentierte das BMBF-Projekt TaReCa, ein Folgeprojekt aus dem BioSC-Projekt InducTomE, in dem das Potenzial von Restbiomasse aus der Paprikaproduktion als Ressource für hochwertige bioaktive Naturstoffe evaluiert wird. Dr. Sylvia Schleker (Universität Bonn) stellte das BMBF-Projekt NemaContAnt vor, ein Folgeprojekt aus dem BioSC-Projekt NovoSurf, in dem die Nutzung von maßgeschneiderten biobasierten Rhamnolipiden zur Kontrolle pflanzenparasitärer Nematoden evaluiert wird. Prof. Dr. Henner Hollert (RWTH Aachen) stellte das Forschungsgebiet „Green Toxicology“ vor und erläuterte die vielfältigen Anknüpfungsmöglichkeiten zur Bioökonomie-Forschung, gerade hinsichtlich der Umweltfolgenabschätzung für neue biobasierte Produkte und Prozesse. Prof. Dr. Ralf Pude (Universität Bonn) präsentierte das EFRE-FIS-Projekt „Kompetenzzentrum Biobasierte Produkte“, in dem zusammen mit Firmen aus Nordrhein-Westfalen biobasierte Materialien wie z.B. Baustoffe und Verpackungsmaterial entwickelt werden sollen. Das Projekt stützt sich u.a. auf Ergebnisse aus den BioSC-Projekten SPREAD und MisQual.

Zum Abschluss des Forums wurde Dr. Anita Loeschcke vom Institut für Molekulare Enzymtechnologie (IMET) der HHU Düsseldorf mit dem BioSC Supervision Award 2018 ausgezeichnet. Mit diesem Preis zeichnet das BioSC junge Nachwuchswissenschaftler für exzellente Leistungen bei der Betreuung von Promovierenden aus. Er ist mit 25.000 € dotiert und wird im Rahmen des NRW-Strategieprojekts BioSC verliehen. Dr. Loeschcke wurde von drei ihrer Doktoranden für den Supervision Award nominiert und ihre Nominierung wurde durch mehrere Empfehlungsschreiben ehemaliger Doktoranden unterstützt. Das Gutachtergremium votierte für sie aufgrund des herausragenden Engagements und ihres Einsatzes in der disziplinübergreifenden Ausbildung ihrer Doktoranden.

Mit rund 130 Teilnehmern war auch das diesjährige BioSC Forum wieder gut besucht. Engagierte Diskussionen im Plenarsaal und in den Pausen zeigten das kontinuierliche Interesse der Mitglieder an Themen der Bioökonomie und an der Entwicklung des BioSC. Das nächste BioSC Forum findet in Kombination mit dem 4. Internationalen BioSC Symposium am 18. und 19. November 2019 in Köln statt.

 

 

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