Bioeconomy Science Center
Forschung und Kooperation für nachhaltige BioÖkonomie

Bioeconomy Science Center
Forschung und Kooperation für nachhaltige BioÖkonomie

Newsletter | März 2019 | Download PDF

Russisch-deutscher Workshop "Bioeconomy and global challenges"

Das Nationale Forschungszentrum Kurchatov-Institut, Moskau, und das IBG-2 Pflanzenwissenschaften, Forschungszentrum Jülich, veranstalteten ein Eingangsseminar mit Präsentationen und Diskussionen über bilaterale Projekte und bioökonomische Aktivitäten in Russland und Deutschland. Der Workshop fand vom 20. bis 22. September 2018 in Moskau und St. Petersburg statt.

Das gemeinsame Seminar deckte ein breites Spektrum von Themen ab und wurde geplant und durchgeführt, um die russisch-deutsche Zusammenarbeit in der Bioökonomie weiter zu entwickeln. Initiiert wurde das Seminar vom KI Moskau und dem IGB-2, die im Rahmen des deutsch-russischen internationalen Bioökonomieprogramms des BMBF Partner im gemeinsamen Algnutrient-UrBioSol-Projekt sind.

Im Verlauf des Workshops wurden prioritäre Technologien, jüngste Entwicklungen in der Bioökonomie und innovative Ansätze in relevanten Bereichen mit Teilnehmern aus den entsprechenden Ministerien sowie aus Forschung und Industrie diskutiert. Das Seminar umfasste sowohl einen detaillierten situationsbezogenen Überblick als auch die Vorstellung russisch-deutscher Projektbeispiele aus dem Bereich Bioökonomie.

Folgende Schwerpunkte wurden in 6 Sessions thematisiert: (1) Einführung und Überblick über jüngste Entwicklungen in der Bioökonomie, (2) Ressourcengrundlagen für die Bioökonomie, (3) Lösung urbaner bioökonomischer Fragen (Ökologie, Energie etc.), (4) Formen von Biomassekonversion und industrielle Biotechnologie sowie (5) Soziale und ökonomische Aspekte der Bioökonomie.

Themen der vorgestellten Präsentationen waren unter anderem:

  • Stabile Mikroalgenkulturen unter dynamischen Bedingungen – Voraussetzung für urbane biotechnologische Anwendungen (bilaterales Projekt Algnutrient-UrBioSol)
  • Entwicklung und Umsetzung einer innovativen aquatisch-basierten Bioraffinerie für die Mikroalge Chlorella sorokiniana und die Wasserlinse Lemna minor (bilaterales Projekt ABiRe)
  • Maßgeschneiderter Enzymcocktail für effizienten Biomasseabbau (bilaterales Projekt EnzyBioDeg)
  • Scytalidium candidum 3C als vielversprechende Toolbox für Biomasseabbau
  • Wie die Integration von Biotechnologie in eine moderne Smart City den Stadtraum verändern kann
  • Bioökonomieregionen als Umsetzungsinstrumente für nationale Aktionspläne

Die Notwendigkeit, ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Lösungen zur Bewältigung globaler gesellschaftlicher Herausforderungen zu entwickeln und umzusetzen, wurde in den Sessions klar erkannt. Diese Lösungen sind stark abhängig vom jeweiligen Standort und den bestehenden Rahmenbedingungen wie Technologien, Verfügbarkeit von biobasierten Ressourcen und Kenntnissen, gesetzlichen Regularien und politischer Unterstützung. Die präsentierten Beispiele zeigten, dass Technologien bereits bestehen oder entwickelt sind und basierend auf der Erfahrung und dem Wissen der beteiligten Partner auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten werden können. Die technischen und detaillierten Aspekte der präsentierten Projekte wurden ebenso besprochen wie die Unterschiede in den Voraussetzungen der beiden Länder. Aus der Diskussion ergab sich eine vielfältige Reihe von Aufgaben und Lösungsvorschlägen als auch Möglichkeiten für Kooperationen. Die sich zwischen Deutschland und Russland entwickelnden Beziehungen im Bioökonomiebereich zeigen, dass es möglich ist, Synergien zu nutzen, zum Beispiel bei der Abwasserreinigung, der biologischen Prozessverbesserung sowie bei der Automation, der Nutzung von Ressourcen und bei Nährstoffkreisläufen. Dies zeigen die aktuellen bilateralen, internationalen BMBF-Bioökonomie-Projekte ABiRe, Algnutrient-UrBioSol und EnzyBioDeg. Entscheidend für weitere Entwicklungen sind die Sichtbarkeit und die Vernetzung mit unterschiedlichen Akteuren.

Erfahrungen von bestehenden Netzwerken, die lokale Projekte ebenso wie größere Rahmen abdecken, wurden geteilt. Das Bioeconomy Science Center wurde als Beispiel für ein Cluster für Bioökonomie-Forschung und Ausbildung in Deutschland präsentiert, in dem sich wissenschaftliche Expertise, Technologien und Infrastruktur zur Nutzung von Synergien und Entwicklung von nachhaltigen biobasierten Lösungen vereinen.

Die Teilnehmer betrachteten dieses Seminar als Auftakt zum deutsch-russischen Wissenschaftsjahr zur Unterstützung des Starts neuer Initiativen für die Überwindung globaler Herausforderungen. Die zentrale Herausforderung ist die Übersetzung der akademischen Ergebnisse in die industrielle und landwirtschaftliche Praxis. Hierzu ist zum einen eine verstärkte Wahrnehmung von bioökonomischen Herausforderungen als auch eine gemeinsame Umsetzung von Lösungen zusammen mit Politikern und Akteuren auf allen Ebenen notwendig. Aufgrund des bekundeten hohen Interesses der Teilnehmer wird das Seminar in themenspezifischen Folgeveranstaltungen fortgesetzt werden.

 

 

Newsletter-Archiv

Ausgabe 03/2018
Ausgabe 02/2018
Ausgabe 01/2018
Ausgabe 04/2017
Ausgabe 03/2017
Ausgabe 02/2017
Ausgabe 01/2017
Ausgabe 03/2016
Ausgabe 02/2016
Ausgabe 01/2016
Ausgabe 04/2015
Ausgabe 03/2015
Ausgabe 02/2015
Ausgabe 01/2015
Ausgabe 03/2014
Ausgabe 02/2014
Ausgabe 01/2014
Ausgabe 01/2013

Falls Sie den Newsletter abonnieren möchten, schicken Sie uns bitte eine Email mit dem Betreff "Newsletter" an biosc@fz-juelich.de. Für die Abmeldung genügt eine kurze formlose Email!