Forschen • Ausbilden • Vernetzen
Für eine nachhaltige Bioökonomie

Forschen • Ausbilden • Vernetzen
Für eine nachhaltige Bioökonomie

Circular Agronomy - Challenges and Chances on the plant side

BioSC International Summer School 2026 | 21.-25. September 2026 | Jülich, Deutschland

∨Agenda

Tag 1: Auftakt, Vernetzung und Arbeitsgruppen
Der erste Tag stand ganz im Zeichen des Kennenlernens und der interaktiven Themenfindung. Nach der offiziellen Eröffnung durch Prof. Dr. Ingar Janzik (BioSC) stellten die Teilnehmenden ihre persönlichen Forschungsschwerpunkte in Kurzvorträgen vor. Im Anschluss wurden in einem Co-Working-Format direkt die zentralen Schwerpunkte und interdisziplinären Arbeitsgruppen für die Kleingruppen-Projekte der Woche definiert.

Tag 2: Fokus Boden – Qualität, Mikrobiom und Digitalisierung
Der zweite Konferenztag widmete sich intensiv dem Boden als lebendiger Grundlage nachhaltiger Agrarsysteme. Im Mittelpunkt standen die kritische Einordnung regenerativer Landwirtschaft zwischen Hype und Systemwandel sowie die Wechselwirkungen zwischen Pflanzenschutz, Bodengesundheit und dem Wurzelmikrobiom. Auch das Potenzial mikrobieller Düngerersatzstoffe und der Unterschied zwischen reiner Abundanz und Funktion im Boden wurden intensiv beleuchtet. Die Brücke zur Hochtechnologie schlugen Beiträge zu digitalen Zwillingen, die geophysikalische Messungen, Satellitendaten und Simulationen für ein präzises Boden- und Wassermanagement verbinden, sowie zur gezielten Wurzelforschung gegen Kohlenstoffverluste. Neue Wege im Nährstoffmanagement zeigten sich in Konzepten zur Aufwertung von Grenzertragsböden durch Pflanzenkohle sowie zur Nutzung von Mikroalgen für das Nährstoff-Recycling aus Abwässern.

Eingeladene Sprecher waren:

  • Dr. Loekie Schreefel (WUR, Wageningen, NL)
  • Dr. Michael Klueken (Bayer AG, Monheim, DE)
  • Dr. Cosimo Brogi (FZJ, IBG-3, Jülich, DE)
  • Helena Bochmann (FZJ, IBG-2, Jülich, DE)
  • Dr. Oluwatosin Abdulsalam (AgriBIOME, Düsseldorf, DE)
  • Dr. Otavio dos Anjos Leal (FZJ, IBG-3, Jülich, DE)
  • Dr. Silvia Schrey (FZJ, IBG-2, Jülich, DE)

Tag 3: Pflanzen, Smart Farming und Exkursion
Am dritten Tag richtete sich der Blick auf moderne Anbausysteme, Robotik und den Praxistransfer. Vorgestellt wurden KI-gestützte Feldroboter und Drohnen zur präzisen Unkraut- und Krankheitsbekämpfung im Zuckerrübenanbau sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorteile neuer Züchtungstechnologien wie CRISPR/Cas. Das Synergiepotenzial von Photovoltaikanlagen über Versuchsfeldern wurde ebenso beleuchtet wie das Potenzial von Mehrzweckkulturen und der Restbiomasseverwertung für eine nachhaltige Bioökonomie. Den Nachmittag bildete eine Exkursion auf das Versuchsfeld der Universität Bonn am Campus Klein-Altendorf, mit einem kurzen Zwischenstopp im Agri-Food-Energy Park in Merzenich-Bürgewald, wo vor Ort Ansätze zum Anbau von Miscanthus als alternative Biomassepflanze sowie als Starkregenschutz präsentiert wurden. Auch die Schritte der Verarbeitung von Miscanthus als Biomasse für anschließende unterschiedliche energetische oder stoffliche Nutzung wurden in den Laboren erläutert. Abschließend wurden die Experimente des Exzellenzcluster PhenoRob sowie Experimente zur Pflanzenanpassung an den Klimawandel erläutert und die dazugehörigen Feldversuche besichtigt.

Eingeladene Sprecher waren:

  • Dr. Abel Barreto (IFZ, Göttingen, DE)
  • Dr. Stefan Meldau (KWS Saat AG, DE)
  • Dr. Matthias Meier-Grüll (FZJ, IBG-2, Jülich, DE)
  • Dr. Laura Junker Frohn (FZJ, IBG-2, Jülich, DE)
  • Dr. Onno Muller (FZJ, IBG-2, Jülich, DE)
  • Friederike tho Seeth & Mark Moulang (Universität Bonn, DE)
  • Dr. Charlotte Hubert (FZJ, IBG-2, Jülich, DE)

Tag 4: Sozioökonomie, Ökonomie und Implementierung in der Praxis
Der vierte Tag beleuchtete die ökonomischen Treiber, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Hürden bei der praktischen Umsetzung neuer Agrarkonzepte. In ihrer Keynote betonte Prof. Dr. Lene Lange die Notwendigkeit einer beschleunigten Bioökonomie, um Lebensmittelabfälle und Biomasseverluste durch die intelligentere Nutzung biologischer Ressourcen zu reduzieren. Florian Grebe analysierte anschließend regionale Innovationssysteme und verdeutlichte, wie entscheidend sowohl formelle als auch informelle Netzwerke für den erfolgreichen Wissenstransfer aus der Forschung in die Praxis sind. Im zweiten Teil standen globale Praxisbeispiele und tragfähige Geschäftsmodelle im Mittelpunkt. Dr. Felix Frimpong präsentierte integrierte Präzisions- und Kreislaufsysteme aus Ghana, die zur Steigerung der Erträge und zur Ernährungssicherheit beitragen. Über die Skalierung regenerativer Landwirtschaft sprach Dr. Arthur Monhonval (SoilCapital): Er stellte ein zertifiziertes Modell vor, das Landwirten finanzielle Anreize für CO₂-Reduktion und Bodengesundheit bietet. Abschließend zeigte Vanessa Berghoff am Projekt „CiCo“ in Honduras, wie die zirkuläre Nutzung von Kokosnuss-Nebenprodukten gezielt zur Stärkung von Kleinbauern und zur ökonomischen Emanzipation von Frauen beiträgt. Der Tag klang nach einer intensiven Arbeitsgruppenphase bei einem gemeinsamen Netzwerktreffen aus.

Eingeladene Sprecher waren:

  • Prof. Dr. Lene Lange (Kopenhagen, DK)
  • Florian Grebe (FH Niederrhein, Mönchengladbach, DE)
  • Dr. Felix Frimpong (CSIR, Accra, GH)
  • Dr. Arthur Monhonval (SoilCapital, Perwez, BE)
  • Vanessa Berghoff (Universität Bonn, DE)

Tag 5: Ergebnisse der internationalen Kleingruppen & Abschluss
Zum Abschluss der Summer School präsentierten die interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitsgruppen ihre erarbeiteten Projektkonzepte für verschiedene Regionen der Welt. Vorgestellt wurde unter anderem ein Konzept zur Wiederbelebung des heimischen Buchweizenanbaus in Deutschland als glutenfreies Superfood und Biodiversitätsbaustein. Aus Südostasien stammte ein Ansatz zur dezentralen Reisschalen-Karbonisierung zu Pflanzenkohle, während für Kenia Strategien zur effizienten Nutzung von Kleinbauern-Flächen durch Mischkulturen aus Mais und Cowpea erarbeitet wurden. Für den Mittelmeerraum wurden Anpassungskonzepte für Olivenhaine durch Begrünung und Wassermanagement vorgestellt, und ein Beitrag aus den Niederlanden und Deutschland zeigte ein sechsjähriges Fruchtfolgesystem zur nachhaltigen Regenerierung von Kartoffelböden auf. Mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließenden Worten ging die Veranstaltung erfolgreich zu Ende.

 

Fotos: Forschungszentrum Jülich