Bioeconomy Science Center
Forschung und Kooperation für nachhaltige BioÖkonomie

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3. Internationales BioSC Symposium: Towards an Integrated Bioeconomy

12.-13. November 2018 | Gustav-Stresemann-Institut | Bonn

Am 12. und 13. November 2018 fand in Bonn das 3. Internationale BioSC Symposium mit rund 170 Teilnehmern statt. Die Veranstaltung wurde eröffnet von MinR`in Andrea Noske vom Bundesministerium für Forschung und Bildung. Nationale und internationale Referenten aus Akademie und Industrie präsentierten aktuelle Ergebnisse und neue Entwicklungen für eine nachhaltige Bioökonomie. Neben den Vorträgen waren 48 Poster, von denen drei ausgezeichnet wurden,  Anknüpfungspunkte für intensive wissenschaftliche Diskussionen.

Fotos: Forschungszentrum Jülich

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MinR`in Andrea Noske vom Bundesministerium für Forschung und Bildung hob in ihrem einleitenden Grußwort die Bedeutung international abgestimmter Strategien für die Implementierung einer nachhaltigen Bioökonomie hervor und berichtete über die aktuelle Überarbeitung der Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie für Deutschland. In der Eröffnungs-Session gab Michael Carus (nova-Institut Hürth) einen aktuellen Überblick zu der weltweiten Produktion und den Marktanteilen biobasierter Kunststoffe und plädierte dafür, die Herstellung von Kunststoffen aus den erneuerbaren Kohlenstoffquellen Biomasse, Recyclingmaterial und CO2 gemeinsam voranzutreiben. Prof. Pierre Monsan (INSA Toulouse) stellte das Zentrum „Toulouse White Biotechnology“ vor, einen Zusammenschluss öffentlicher und privater Partner, der Forschung und Technologietransfer zur Entwicklung nachhaltiger Produktionsprozesse auf Grundlage erneuerbarer Rohstoffe fördert. Die Eröffnungs-Session wurde beschlossen von Thomas D`Agnone (Creapaper GmbH), der über ein innovatives und erfolgreiches Geschäftsmodell berichtete, nämlich die Etablierung von Gras als Rohstoff für die Papierindustrie.

Am folgenden Tag standen drei thematische Schwerpunkte auf dem Programm. In der Session „Socioeconomic Perspectives within a Sustainable Bioeconomy“ zeigte Dr. Neus Escobar (Universität Bonn) an Beispielen, wie die verstärkte Nachfrage nach biobasierten Rohstoffen die Landnutzung und die Emission von Treibhausgasen beeinflusst und welche Maßnahmen von Seiten der Politik geeignet sein könnten, um die Nachhaltigkeit der Bioökonomie zu sichern. Prof. Dr. Thomas Dietz (Universität Münster) stellte eine Studie vor, in der 41 nationale Bioökonomiestrategien hinsichtlich fördernder und regulierender Steuerungsmaßnahmen verglichen wurden. Dr. Chad Baum (Universität Bonn) präsentierte eine Studie, bei der die Methode des Group Concept Mapping genutzt wurde, um Hindernisse und Erfolgsfaktoren für die Akzeptanz und Kommerzialisierung einer neuen Technologie, der Synthetischen Biologie, zu ermitteln.

In der Session „Innovations for Plant Production and Resource Management“ diskutierte Prof. Iain Donnison (Aberystwyth University, UK) die Eignung und Auswahl verschiedener Gräser für die industrielle Nutzung und präsentierte Daten zur züchterischen Bearbeitung von Miscanthus. Dr. Sylvia Schrey (Forschungszentrum Jülich) stellte Forschungsergebnisse zu einer Anbaustrategie für Sida hermaphrodita auf marginalen Böden vor, bei der Gärreste aus Biogasanlagen für die Düngung genutzt werden. Um Plantagenbäume als Rohstoff für die Bioökonomie ging es in dem Vortrag von Prof. Dr. Shawn Mansfield (University of British Columbia, CA). Er präsentierte Arbeiten zur Züchtung von Pappeln mit verändertem Zellwandaufbau oder veränderter Ligninzusammensetzung.

In der Session „Green Value Chains – Processes and Products from Biomass“ stellte Dr. Stephan Noack (Forschungszentrum Jülich) einen neuen hybriden Prozess aus mikrobiellen Transformationen, enzymatischen Reaktionen und chemischen Syntheseschritten vor, der es ermöglicht, aus lignocellulosehaltiger Biomasse eine ganze Palette verschiedener chemischer Substanzen herzustellen. PD Dr. Ulf Prüße (Thünen-Institut Braunschweig) präsentierte Verfahren zur Herstellung hochwertiger Chemikalien aus so unterschiedlichen Ausgangsmaterialien wie Weizenspreu, Rapsschrot oder Birkenholz. Dr. Timo Johannes Koch (Savannah Ingredients GmbH / Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG, Elsdorf) stellte ein Verfahren zur Herstellung von Allulose vor, einem natürlich vorkommenden Zucker, der nicht verstoffwechselt wird und als kalorienfreier Zuckerersatz geeignet ist.

Zu den drei thematischen Sessions wurden insgesamt 48 Poster in einer Postersession vorgestellt und diskutiert. Drei von ihnen wurden bezüglich wissenschaftlicher Ergebnisse, Interdisziplinarität und Qualität der Präsentation ausgezeichnet. Die Gewinner der Posterpreise sind Gabriel Ponzoni Frey (Zentrum für Entwicklungsforschung, Universität Bonn) mit dem Thema „Impacts of soy and infrastructure expansion in the brazilian amazon“, André Krause (IBG-2 Pflanzenwissenschaften, Forschungszentrum Jülich) mit dem Thema „The effect of elevated CO2 on photosynthetic performance of winter wheat“ und Alina Hermann (Anorganische Chemie, RWTH Aachen) mit dem Thema „A novel zinc bisguanidine complex for the polymerisation of cyclic esters“, bei dem es um die Herstellung biologisch abbaubarer Kunststoffe aus erneuerbaren Rohstoffen ging.

Das Symposium zeigte zum wiederholten Mal die Notwendigkeit einer übergreifenden Zusammenarbeit für die Etablierung einer nachhaltigen Bioökonomie und schuf eine Plattform für den interdisziplinären Austausch. Das 4. Internationale BioSC Symposium wird am 18. und 19. November 2019 in Köln stattfinden.