Bioeconomy Science Center
Forschung und Kooperation für nachhaltige BioÖkonomie

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Newsletter | Dezember 2018 | Download PDF

4. BioSC Spotlight: Smart management of plant performance - New strategies for crop protection

Pflanzen sind essentiell für eine nachhaltige Bioökonomie. Sie bilden die Grundlage zur Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit Nahrungs- und Futtermitteln, Biomaterialien und erneuerbaren Energien. Beim 4. BioSC Spotlight am 29. Oktober 2018 in Aachen präsentierten Gäste aus Akademia und Industrie sowie BioSC-Mitglieder Forschungsaktivitäten, welche die Sicherung von Ertrag und Qualität bei gleichzeitiger Reduktion des Pestizid- und Düngemitteleinsatzes zum Ziel haben. Die 47 Teilnehmer nutzten die Veranstaltung für einen regen Austausch.

Fotos: Forschungszentrum Jülich

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Die Veranstaltung wurde von Prof. Ulrich Schwaneberg (RWTH Aachen), dem stellvertretenden Sprecher des Bioeconomy Science Center, eröffnet. Anschließend stellte Prof. Karl-Heinz Kogel (Universität Gießen) Forschungsarbeiten vor, bei denen die Interaktion zwischen Pflanze und Schädling mittels gene silencing in der Pflanze verändert und dadurch das Wachstum des Schädlings inhibiert wird. Außerdem präsentierte er Daten zu der Erhöhung der Resistenz von Gerste gegen zwei häufige Schaderreger durch den Einsatz der CRISPR/Cas9-Technologie.

Prof. Dr. Georg Groth (HHU Düsseldorf) berichtete über das BioSC-Projekt C4-PSH, in dessen Rahmen Inhibitoren für die Schlüsselenzyme der C4-Photosynthese identifiziert wurden. Diese Moleküle stellen mögliche Leitsubstanzen für die Entwicklung von Herbiziden dar, die selektiv gegen C4-Unkräuter wirken. Anschließend stellte Prof. Dr. Stefan Schillberg (Fraunhofer IME, Aachen) Ansätze zur Schädlingsbekämpfung durch Überexpression von Antikörpern und antimikrobiellen Peptiden in Nutzpflanzen vor. Er präsentierte außerdem Daten zu der Erhöhung der Biomasseerträge von Kartoffeln und Tabak durch Expression bakterieller Gene und berichtete über ein Pilotprojekt zum Indoor farming. Zum Abschluss des Vormittags sprach Prof. Dr. Uwe Conrath (RWTH Aachen) über das so genannte Defense priming, eine systemische Immunantwort von Pflanzen auf den Befall durch Pathogene, die eine robustere Abwehrantwort bei wiederholtem Befall auslöst. Er berichtete unter anderem über das BioSC-Projekt PrimACs, in dessen Rahmen neue Priming-auslösende Substanzen identifiziert wurden. Derartige Substanzen könnten neue Möglichkeiten für die Schädlingsbekämpfung eröffnen.

Nach der Mittagspause, die für intensive Gespräche genutzt wurde, diskutierte Dr. Mauricio Hunsche (COMPO EXPERT GmbH) am Beispiel von synthetischen Düngern und natürlichen Biostimulanzien die wichtigsten Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und Hindernisse für die Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte. Prof. Dr. Anant Patel (FH Bielefeld) stellte neue Entwicklungen bei der Formulierung von biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln vor, insbesondere ein System von offenporigen Partikeln, die mit den entsprechenden Substanzen beladen werden können und die Schädlinge anlocken, indem sie CO2 freisetzen. Dr. Felix Jakob (RTWH Aachen) präsentierte das BioSC FocusLab greenRelease, in dessen Rahmen eine neue Plattformtechnologie entwickelt wird. Das Ziel ist es, den Einsatz von Herbiziden und Fungiziden zu reduzieren, indem diese Substanzen in Mikrogelpartikeln auf die Pflanzen aufgebracht und über einen längeren Zeitraum kontrolliert freigesetzt werden. Dr. Michael Wustmans (Universität Bonn) stellte abschließend eine Patentanalyse zu greenRelease vor, in der vergleichbare, benachbarte, komplementäre und alternative Technologien untersuchte.

Die große Bandbreite der vorgestellten Forschungsansätze und die engagierten Diskussionen belegten die Notwendigkeit neuer Strategien für einen nachhaltigen Pflanzenschutz und nachhaltige Ertragssteigerungen. Das nächste BioSC Spotlight mit dem Thema „Moving the bioeconomy from mind to market“ findet am 4. Februar 2019 in Bonn statt.

 

 

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